Essenz von „En Passant“

„by the way | en passant“. Zeitzeuge: Vertikale.

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Eine Liaison von Fotografie & abstrakter Malerei. Karin Frank. 2014

„Ich bin Malerin. In erster Linie. Und ich bin Keinefotografin. In zweiter Linie. Ich bin neugierig, suche, nehme wahr, halte fest, hinterfrage. Und ich liebe ausdrucksstarke Kontraste.“ Abstrakte Malerei trifft auf Fotografie: Seit über 10 Jahren fotografiert Karin Frank auf Reisen und in ihrer Heimat Vertikalen. En passant. Spontan & digital. Ursprünglich als Inspirationsquelle für ihre Malerei gedacht, sind „by the way | en passant“– Fotos heute wichtiger und sichtbarer Teil ihres künstlerischen Schaffens.

„by the way | en passant“ sind Vertikalen mit Tiefgang, Vertikalen mit Symbolkraft. Authentische Zeitzeugen. Mauern, Türen, Fenster, Abschrankungen, Schilder, Affichen oder eine simple Hausklingel ohne Namen, welche seinen Besitzer (gerade deshalb) verrät… Sie sind Statements längst vergangener Zeit, auch unserer Neuzeit. Sinnbilder von Zerfall und Aufbruch, Hoffnung und Selbstbestimmung, Vergänglichkeit und Traditionen, Witz und Originalität. Zeitzeugen, deren Sinnlichkeit und Dringlichkeit gesehen und gespürt, und deren Geschichten gehört werden wollen.

„by the way | en passant“ erzählen Geschichten. Es sind Zeichen, welche die Zeit, die Natur, aber vor allem die Menschen über Generationen hinterlassen haben. Aus purer Absicht oder völlig unbeabsichtigt. Sie erzählen aus ihrer aller Leben, davon was mal war, was heute nicht mehr sein darf und nie mehr sein wird und davon, dass aus Allem etwas Neues entstehen kann. Es sind ihre Fingerprints. „by the way |en passant“ ist ein historischer, philosophischer Abstecher in eine Mikrowelt .

„Mich fasziniert die grosse Symbolkraft dieser Zeitzeugen, die der Mensch einerseits völlig unbewusst mitgestaltet, ganz ohne sich selbst in den Vordergrund rücken zu wollen. Oder wie er andererseits, ganz bewusst und unverkennbar, marktschreierisch gar, der Welt seinen Stempel aufdrückt, seine Duftmarke hinterlassen will. Für mich als Malerin ist es eine faszinierende Herausforderung, dieser reellen Zeitzeugen mit meiner abstrakten Ausdrucksweise zu begegnen. Ihre Geschichten mit dem Fundus meiner Lebensgeschichten weiter erzählen, sie mit Farbe und Pinsel aufnehmen und ihnen meine kleine Welt gegenüber stellen und sie miteinander verbinden. Fotografie und Malerei symbiotisch ineinander fliessen lassen oder sie einander kontrastreich gegenüber stellen. Und bei jedem Bild ist die Annäherung anders, neu. Mal subtil – integrativ, mal forsch – konfrontativ. Eine knisternde Liaison.“ Karin Frank